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Papst-Besuch in Kamerun: Die ersten katholischen Missionare waren deutsche Pallottiner PDF Drucken E-Mail

Der apostolische Besuch Papst Benedikts XVI. in Kamerun vom 17. bis 20. März 2009 gibt uns die Gelegenheit, über die Anfänge der Evangelisierung in diesem afrikanischen Land nachzudenken, denn diese sind maßgeblich mit dem Wirken deutscher Pallottiner-Missionare verbunden, die mit der Erlaubnis des Heiligen Stuhls 1890 dorthin gingen. Zum besseren Verständnis dieser apostolischen und missionarischen Aktivitäten stellen wir die verschiedenen Phasen dieser Missionsgeschichte vor.

Basilica Maria Regina degli Apostoli, Yaoundé

Basilica Maria Regina degli Apostoli, Yaoundé

ALTRE FOTO DEI PALLOTTINI IN CAMERUN  
Erste Phase von 1890 bis 1915: Die Anfänge

Am 25. Oktober 1890 sind zwei pallottinische Priester, P. Heinrich Vieter und P. Georg Walter, zusammen mit fünf Brüdern und einem Semiaristen in Duala/Kamerun angekommen. Am 8. Dezember 1890 feiern sie eine Heilige Messe in der ersten Niederlassung in Marienberg, die sie selbst erbauten, und stellten Kamerun unter den Schutz Mariens, der Königin der Apostel. Zu Weihnachten 1891 eröffneten sie die erste Missionsschule und tauften die ersten 15 Schüler. 1904 wurde die Apostolische Präfektur in Kamerun zu einem Apostolischen Vikariat erhoben und Heinrich Vieter zum ersten Apostolischen Vikar ernannt, der in Yaoundé starb und dort begraben wurde. Die Person dieses Pallottiner-Bischofs war grundlegend für die Geschichte der Evangelisierung Kameruns. Die Zahlen am Ende des Jahres 1913 führten 16 Missionsstationen mit 34 Patres, 37 Brüdern und 31 Schwestern, alle Pallottiner, 223 einheimische Katechisten und 28 179 Katholiken. Während der ersten 25 Jahre gaben 36 Missionare ihr Leben für das Überleben der Kirche Kameruns: 23 Brüder, 11 Patres und zwei Schwestern. Dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges folgte die Ausweisung der deutschen Mitbrüder aus Kamerun. Grund war die Niederlage Deutschlands und die Aufteilung Kameruns in einen französischen und einen englischen Teil.

Zweite Phase von 1964 bis 1994: Die Rückkehr

Die Pallottiner kehrten 1964 als Missionare nach Kamerun zurück. Rund fünfzig Jahre nachdem die deutschen Pallottiner von den neuen Kolonialmächten des Landes verwiesen wurden, kehrten sie auf Wunsch des damaligen Erzbischofs von Yaoundé, Johannes Zoa, in das westafrikanische Land zurück. Der Vater des Erzbischofs wurde einst in einer Pallottiner-Pfarrei getauft. Die drei Patres aus Limburg, Friedrich Köster, Raimund Spira und Ferdinand Kerstin wurden vom damaligen Provinzial der Norddeutschen Provinz, P. Ludwig Münz, nach Kamerun entsandt, um die Spiritualität Vinzenz Pallottis wieder einzupflanzen. Dabei konnten die drei und die anderen Missionare, die im Laufe der Jahrzehnte folgten, auf die Pionierarbeit der ersten Pallottiner aufbauen. Die Spuren waren selbst nach fünf Jahrzehnten noch an vielen Stellen zu sehen. Die drei ersten ließen sich in Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns, nieder und gründeten die Pfarrei Hl. Vinzenz Pallotti. In den 80er Jahre kam es zu den ersten Berufungen Einheimischer, so dass die erste Priesterweihe eines Kameruner Pallottiners 1994 stattfand.

Dritte Phase von 1994 bis 2008: Große Entwicklung

1990 feierte die Kirche Kameruns das 100-jährige Jubiläum ihrer Evangelisation. Dies war eine Gelegenheit über die Anfänge und die ersten pallottinischen Missionare zu sprechen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten brachten für die Pallottiner eine große Aufmerksamkeit mit sich und viele junge Männer baten um Aufnahme, um ebenfalls missionarisch tätig zu sein. Heute gibt es mehr als vierzig Patres und Brüder mit Ewiger Profess und rund 50 Studenten, die sich auf das Priesteramt vorbereiten. Die Pallottiner arbeiten in der Pfarr- und Schulpastoral in sechs Diözesen des Landes. Außerdem sei auf das Pastoral-Institut "Johannes XXIII." hingewiesen, wo eine spirituelle und apostolische Formation angeboten wird; zusammen mit anderen Ordensgemeinschaften führen sie die Ausbildung ihrer Kandidaten in der Hochschule für Philosophie (Institut Mukasa) und Theologie (Ecole saint Cyprien) weiter. Fünf Patres aus Kamerun arbeiten in Südafrika und sind dort für die Formation verantwortlich. Zudem sei auch erwähnt, dass fast von Beginn an Pallottinerinnen (1892) eine wichtige Rolle  in der Zusammenarbeit an der Evangelisation Afrikas innehatten. Die Schwestern des Katholischen Apostolates sind tätig in Mosambik und die Missionsschwestern des Katholischen Apostolates sind aktiv in Südafrika, Ruanda, Kongo, Tansania und Kamerun. Auch viele Laien engagieren sich für die Verwirklichung des pallottinischen Charismas in Afrika - einige unter ihnen haben sich im offiziellen Verpflichtungsakt an die Unio gebunden.

Vierte Phase: die Geburt der Regio von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit

Am 8. Dezember 2008 wurde die 1990 errichtete Delegatur der Gemeinschaft im Land am Sanaga zu einer Regio erhoben. Das heißt: Die pallottinischen Mitbrüder in Kamerun und Nigeria können jetzt selbstständig ihre Angelegenheiten planen und entscheiden. Am Vorabend hatte dieses Fest mit einem Rosenkranzgebet der Pallottiner in der Hl.-Geist-Kirche begonnen in dankbarer Erinnerung an die erste Phase der Mission in Kamerun. Die Patres, Brüder und Studenten zogen mit Kerzen zum Grab von Bischof Heinrich Vieter, der hier bestattet wurde. Pater Bruno Ateba, damaliger Delegat des deutschen Provinzials, begrüßte die zahlreichen Gäste in der historischen Hl.-Geist-Kirche auf dem Mvolye-Hügel in Yaoundé. P. Ateba erinnerte an die Bedeutung des Datums für die Kirche Kameruns. Am 8. Dezember 1890 hatte Pater Heinrich Vieter das gesamte Land Maria, der „Königin der Apostel“ geweiht. Und damit schließt sich fürs Erste ein Kreis, den eine Gruppe deutscher Missionare vor rund 120 Jahre auf den Weg brachte.  Pallottiner sind heute auf dem afrikanischen Kontinent in zehn Ländern mit mehr als 300 Mitbrüdern tätig -  in Kamerun, Nigeria, Südafrika, Sambia, Mosambik, Elfenbeinküste, Tansania, Kenia, Ruanda, und im Kongo.

Während seines Besuches in Kamerun feierte der Papst am 18. März, in der Basilika "Maria, Königin der Apostel", die von Pallottinern seelsorglich betreut wird, eine Vesper mit dem lokalen Klerus und Vertretern kirchlicher Gemeinschaften und anderer christlicher Konfessionen. Hier sei angemerkt, dass diese Basilika auf dem Mvolyé-Hügel gebaut wurde und gleichzeitig an das Jahrhundert der Evangelisierung Kameruns erinnert. An jenem Ort stand die erste Kirche, die Bischof Vieter erbauen ließ und selbst mit Hand anlegte. Für ihn wurde inzwischen der diözesane Prozess für die Seligsprechung eröffnet.